Drucker mit VR-Brille

Hallo, ich bin Jonas Laschtowitz, Medientechnologe Druck im dritten Ausbildungsjahr bei Bischof + Klein in Lengerich. Heute berichte ich vom Besuch der NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer im Adolph-Kolping Berufskolleg (AKBK). Dort stellten wir der Ministerin und ihren Begleitern unter anderem vor, wie angehende Drucker mit VR-Brille lernen können.
Schon seit zwei Jahren gehöre ich zu einem dreiköpfigen Team, das gemeinsam mit unserem Lehrer an einem Projekt zu Digitalisierungs- und 4.0-Prozessen in der beruflichen Bildung arbeitet. Und genau das konnten wir der Ministerin live vorstellen. Ihre Referentin probierte dann auch selbst aus, wie man mit einer VR-Brille virtuell in einer Druckmaschine arbeitet und eine Farbwalze ausbaut. Ich war vorher etwas aufgeregt, aber als ich merkte, dass die insgesamt 14 Besucher mir aufmerksam zuhörten, hat es Spaß gemacht, ihnen alles zu erklären.

Das Projekt ist ziemlich aufwendig, aber wir sind schon weit gekommen. Zunächst mussten wir digital eine Offsetdruckanlage aufbauen. Dazu standen uns sehr viele Dateien zur Verfügung, mit Bildern und Informationen zu allen Bestandteilen der Maschine. Die bauten wir originalgetreu zusammen. Anschließend mussten wir mit dieser virtuellen Anlage Aufgaben lösen, die unser Lehrer zusammengestellt hatte. Dabei prüften wir gleichzeitig, ob alles passte, ob die Erwartungen an das Computerprogramm realistisch waren und wie Auszubildende damit klarkommen. Zu diesem Zweck bekamen wir ein I-Pad zur Verfügung gestellt, um auch zu Hause probieren und „spielen“ zu können. Denn eigentlich hat das Programm viel Ähnlichkeit mit einem Computerspiel, bei dem etwas zusammengebaut oder Probleme gelöst werden müssen.

Jetzt hoffen wir, dass Frau Gebauer so beeindruckt ist, dass sie weitere Fördergelder für unser Projekt einplant, denn unsere Ideen gehen noch weit darüber hinaus. Ideal wäre es, wenn auch Tief- und Flexodruck, wie sie in der Verpackungsindustrie genutzt werden, auf diese Weise vermittelt würden. Unsere Maschinen sind noch komplexer, und angehenden Druckern würde es das Lernen sehr erleichtern. Sie könnten mit VR-Brille üben, wie man so eine Maschine wartet. Das muss immer zügig gehen, jeder Griff sollte sitzen, damit möglichst wenig Produktionszeit verloren geht. Auf jeden Fall werde ich gern auch nach meiner Ausbildung noch am Projekt weiterarbeiten.

In der Politik dauert so ein Entscheidungsprozess ja immer ziemlich lang. Aber den Anfang haben wir gemacht!

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